In Kamp-Lintfort ist Vieles aber nicht Alles Gold was glänzt – Das ganze Bild
Ohne Frage hat Kamp-Lintfort aus dem Ende des Bergwerkes West 2012 viel mehr gemacht als Neukirchen-Vluyn aus Niederberg. Auf der Logistikfläche des ehemaligen Kohlenlagers wurden 750 Arbeitsplätze geschaffen (in N-V 50 Arbeitsplätze) und auf 11 ha Wohnbaufläche 1.000 Wohneinheiten (in N-V auf 14 ha Wohnbaufläche 400 Wohnungen). Noch auffallender ist die Nutzung der Bestandsgebäude durch die Stadt (Bildungs- und Kulturzentrum u.a,) und in Privateigentum (Hochschule, Gastronomie). In N-V dagegen Verfall der Bestandsgebäude und Zechenbrache mit einem noch ausstehenden Konzept für 2027.
Die Unterschiede sind belegbar. Ka-Li hat auf eine breite Trägerstruktur von logport ruhr und weiteren privaten Entwicklern gesetzt. In N-V hat die RAG MI die gesamte Entwicklung und Vermarktung komplett in ihren Händen behalten. Während Ka-Li für die gesamten Bereiche 21,4 Mio Euro Förderung beantragt und verausgabt hat, hat die RAG MI für N-V ganze 650.000 ausgegeben. Das bezeichnet NV AUF geht’s als Politik der verbrannten Erde. Mit Wohnungen Geld machen, der Stadt die Folgekosten der Grünflächen überlassen und auch noch die Übergabe der Skaterbahn verweigern.
Doch auch Ka-Li hat in einer Frage vor der RAG MI gekuscht. (War das der Preis für die anderen Projekte?) Auf Druck von Prof. Noll wurden die gesamten hochkontaminierten Böden auf dem LAGA-Gelände belassen. Die Verantwortlichen in Stadt und Verwaltung können sich nicht damit raus reden es nicht besser gewusst zu haben. Das Argument von Prof. Noll, das wurde bisher immer und überall so gemacht, war eine bewusste Fake News. Denn in N-V wurde der RAG MI und Bürgermeister Böing die Rote Karte gezeigt. Die RAG MI wurde durch den Protest der Anwohner mit Unterstützung des Betriebsrates von Zeche West in Ka-Li gezwungen, diese Böden als Sondermüll zu entsorgen. Das war richtig teuer. Ich habe persönlich die Kontrollberichte des Bergamtes in Arnsberg LKW für LKW überprüft. Und NV AUF geht’s hat allen Fraktionen im Rat von Ka-Li vor der entscheidenden Beschlussfassung die Informationen zugeschickt.
Das Tribunal von AUF-Ruhr „Wir klagen an: Die Politik der verbrannten Erde der RAG“ brachte auch dies zur Anklage. Es fand am 24. August 2025 im Kultursaal der Horster Mitte in Gelsenkirchen statt.
Zeugen für das Tribunal wiesen mich vorab auf zwei Sachen hin: Die Folgekosten der neuen Hochschulstadt sind gravierend, beginnen mit der Pflege der Flächen. Dazu kommt: So schön Förderprogramme auch sind, immer muss die Stadt Anteile über Kredite finanzieren. In Ka-Li werden die Schulden von 31,8 Millionen Euro in 2019 auf die Rekordsumme“ von 98,6 Millionen Euro bis 2026 steigen, die Ausgleichsrücklage ist bereits komplett aufgebraucht. Und im Baugebiet der Altsiedlung werden die Hausbesitzer allein gelassen. Im Bereich des Saalhoffersprung ist die Standsicherheit von Neubauten unter anderem bei Einstellung der Grubenwasserhaltung gefährdet. „Eventuell erforderliche Maßnahmen sind auf Kosten des Bauherrn zu erbringen.“ Originalton RAG einstimmig beschlossen im Rat. Also Meldungen, wie „mit NRW.Urban sei Niederberg auf einem guten Weg“ sind aufgrund der gemeinsamen Erfahrungen bestenfalls der Glaskugel entnommen.



